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Aktionsgemeinschaft Contra Erweiterung Godorfer Hafen
2.04.16

2. April 2016 Leserbrief AG Contra Erweiterung Godorfer Hafen zum Kölnische Rundschau Artikel vom 31.3.2016


Zum Beitrag "Millionengrab Godorfer Hafen" Kölnische Rundschau vom 31. März 2016:

Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende: Dazu sind zwei Schritte notwendig:

  1. Altlasten entsorgen: Martin Börschel beklagt „das satte Millionenloch“, das im Stadtsäckel bei Beendigung des Projekts Godorfer Hafen entsteht. Er vergisst aber den Hinweis, dass die von der HGK genannten 10 Mio. € eine Altlast sind, die durch die Wahl des falschen Planfeststellungsverfahrens bzw. den Stopp durch die Verwaltungsgerichte entstanden ist: Ca. 6 Mio. € für Bauvorbereitungen, Schaffung von Ausgleichsflächen und Rodung der Sürther Aue, ca. 1 Mio. € für die von der SPD veranlasste Bürgerbefragung 2011, ca. 500 T€ für die HGK-Rechtsberatung durch das Büro Hasche/Sigle sowie ca. 2.5 Mio. € für sonstige externe Gutachten und Beratungsleistungen; von den verschwendeten Kosten der internen Verwaltungsarbeiten für das Projekt über mehr als  28 Jahre seit dem Ratsbeschluss zum Projektstart 1988 ganz zu schweigen.
  2. Unnötige Neulasten verhindern: Würde das Projekt fortgesetzt, entstünden neben den ca. 70-80 Mio. €  Projektkosten und der Zerstörung von 150.000 qm Naturschutzgebiet in der Sürther Aue weitere Zusatzkosten: Da inzwischen an fünf Standorten für Containerumschlag im Logistikraum Köln Erweiterungen fertiggestellt (Hafen Bonn, Eifeltor), im Bau (Köln-Nord) und bis 2030 geplant sind (Umnutzung der Häfen Lülsdorf und Niehl I), musste sich auch der hartgesottenste Hafenbefürworter allmählich fragen, ob mit dem Ausbau des Standorts No. 6  in Godorf das prognostizierte Marktwachstum bis 2030 nicht weit übertroffen wird und Überkapazitäten geschaffen werden.

Fazit: Auch ein Martin Börschel müsste wissen, dass es sich hier nicht um einen „Akt der politischen Willkür“ geht, sondern um einen „Akt der der ökonomischen Vernunft“, wenn Altlasten entsorgt und unnötige Mehrkosten und Ergebnisminderungen bis 2030 verhindert werden. Solche würden aufgrund der aus den Überkapazitäten resultierenden Unterauslastung nicht nur in Godorf selbst sondern auch an den anderen fünf Container-Standorten entstehen. Zumindest diese Fehlinvestition in ein nachweislich nicht-erforderliches Projekt kann jetzt noch verhindert werden, anders als die Abschreibung der genannten Altlasten aus einer unseligen 28-jährigen politischen Vergangenheit, mit der Martin Börschel engstens verknüpft bleiben wird.

Dieter Neef   Helmut Feld

Aktionsgemeinschaft Contra Ausbau Godorfer Hafen

02.04.2016